Die schärfsten Chilis der Welt

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Chilis sind nicht nur ein scharfes Gewürz, sie wirken entzündungshemmend und antibakteriell. Capsaicin, ein natürliches Alkaloid, ist für die Schärfe verantwortlich. Die Schmerzrezeptoren im menschlichen Körper (Nase, Mund und Augen) wehren sich dagegen mit Schweißausbrüchen, Hitze, tränenden Augen, Herzrasen und Anschwellen der Lippen. Chilis sind nicht zum Verzehr in großen Mengen gedacht. Isst der Mensch zu viele davon oder ist nicht darin geübt (Wettkämpfe), kann es zu starken Magenbeschwerden oder einem Kreislaufkollaps kommen. Die Schärfe war von der Natur als Abwehrmechanismus gegen natürliche Fressfeinde gedacht. Dieser Mechanismus wirkt aber nur gegen Säugetiere. Vögel, die die Samen verbreiten sollen, sind dagegen immun. Die Natur hat das also sehr gut eingerichtet.

Woher kommt die Schärfe einer Chilischote?

Die Schärfe befindet sich im weißen Schoteninneren und ist auf das schwammige Gewebe gleichmäßig verteilt. Das hängt in erster Linie von der Sorte ab, danach spielen der Standort, der Reifegrad und ob viel oder wenig gegossen wurde, eine entscheidende Rolle. Je weniger gegossen wurde oder je heller die Schote ist, desto schärfer ist die Schote.

Wonach richtet sich der Schärfegrad der Chilis?

Der Schärfegrad wird in Scoville-Einheiten (SHU) gemessen. Diese sind nach dem amerikanischen Pharmakologen und Chemiker Wilbur Scoville benannt. Aus dem Grad der Verdünnung errechnet sich der Schärfegrad. 300.000-fach verdünnt bedeutet demnach 300.000 SHU. Reines Capsaicin besitzt einen Schärfegrad von 16.000.000 SHU. Tabasco hingegen „nur“ 30.000 SHU bis 50.000 SHU. Ein normaler grüner Paprika verfügt über einen Wert von 0 SHU. Im 21. Jahrhundert wird zur Bestimmung des Schärfegrads die Hochleistungsflüssigkeitschromatographie eingesetzt.

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Die schärfsten Chilisorten der Welt

Platz 1
Mit 2.200.000 SHU ist laut dem Guiness Buch die Carolina Reaper die schärfste Chili der Welt und wurde 2013 von dem amerikanischen Unternehmen The PuckerButt Pepper Company gezüchtet.

Platz 2
Die Dorset Naga mit 1.598.227 SHU ist eine britische, längliche, rote Sorte aus Bangladesh.

Platz 3
Dieser Platz wird von einer amerikanischen Züchtung aus einer karibischen Sorte, der Trinidad Scorpion Butch T, mit 1.463.700 SHU belegt. Der Name rührt von der Form her, die an einen Skorpion mit aufgestelltem Stachel erinnert.

Platz 4
Die Naga Viper besitzt 1.382.000 SHU und stammt aus einer britischen Züchtung.

Platz 5
Die Trinidad Moruga Scorpion gehört botanisch zur Capsicum chinense und besitzt 1.207.786 SHU. Dabei handelt es sich ebenfalls um eine karibische Sorte aus einer amerikanischen Züchtung.

Die Drachen-Atem-Chili aus Wales – winzig klein, aber oho!

Im Mai 2017 hatte ein Koch und Gärtner aus Denbigshire/Wales, Mike Smith, die Dragon’s Breath mit 2.480.000 SHU gezüchtet. Diese Züchtung erregte weltweites Aufsehen, da sie derzeit (2021) als weltweit inoffiziell schärfste Chili gilt. Das offizielle Untersuchungsergebnis der Guiness World Records liegt noch nicht vor. Mike Smith hatte für seine Züchtung einen Spezialdünger der Nottingham-Trent-Universität verwendet. Diese Chili ist sehr klein und orange-rot. Derzeit gilt sie als so stark, dass sie in der Medizin als Betäubungsmittel für Allergiker verwendet werden soll. Deshalb wird Dragon’s Breath noch nicht als schärfste Schote der Welt genannt, aber überall in den offiziellen Foren erwähnt. So quasi als Vorschau auf die möglichen nächsten Entwicklungen in diese Richtung.

Wozu werden Chilis verwendet?

Chilis wurden immer schon zum Würzen verwendet. Vor allem in südlichen oder heißen Gefilden wurden sie wegen ihrer natürlich antibakteriellen und entzündungshemmenden Wirkung als Zutat für diverse Speisen verwendet. Chilis fanden Verwendung in Fleischgerichten oder Eintöpfen. Darüber hinaus verfügen sie über einen sehr hohen Gehalt an Vitamin C. Chili wird auch gerne vorbeugend gegen Erkältungen eingesetzt. Tees mit Chili sind daher nicht selten. Chili-Schokolade, Chili-Eis oder Chili-Wurst werden gerne wegen der angenehmen Würze verspeist. Die Mischung aus Schärfe und Milde schafft Wohlbefinden. Chili-Schokolade galt lange Zeit als absolutes No-Go. Erst mit der Zeit setzte sich die Kombination aus exzessiver Schärfe mit übertriebener Süße durch. Seit Jahrtausenden gelten die natürlichen Gewürze weltweit als Nahrungsmittel, aber auch als Medizin.

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Originally posted 2023-05-15 13:10:25.

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